Fertility Belgium

Prozedur

Eine IVF-Behandlung verläuft immer anhand eines festen Planes:

1. Beratung

 

2. Stimulation

 

3. Punktion

 

4. Fertilisation

 

5. Transfer

 

6. Ergebnis

1. Beratung

Während des ersten Beratungsgesprächs lernen wir uns gegenseitig kennen. Das Paar oder die Patientin wird unter anderem über die Arbeitsweise, die Erfolgschancen und den Zeitplan ausgiebig informiert. Gleichzeitig ist dies der perfekte Augenblick um selbst Fragen zu stellen oder Sorgen bzw. Ängste zu äußern. Im Anschluss kann eventuell schon ein Plan zusammengestellt und praktische Termine vereinbart werden und Sie erhalten bei Interesse eine Führung, um unsere Mitarbeiter und das IVF-Zentrum schon besser kennenlernen zu können.

2. Stimulation (durch Medikamente)

Bei einem normalen Menstruationszyklus reift eine Eizelle per Zyklus. Bei einer IVF-Behandlung benötigt man im Idealfall mehrere Eizellen, um möglichst große Erfolgschancen zu haben. Durch die Einnahme von Hormonpräparaten durch die Frau können sich mehrere Eizellen gleichzeitig in den Eierstöcken entwickeln. Das Stimulationsschema wird natürlich individuell für jede Frau angepasst. Eine Krankenpflegerin zeigt der Patientin wie sie die Hormonpräparate in der Folge selbst einnehmen kann. In bestimmten Fällen kann dies auch vom Hausarzt oder einer Krankenpflegerin übernommen werden. In regelmäßigen Zeitabschnitten findet eine sonografische und hormonale Evaluation dieser Stimulation statt. Je nach Ergebnis wir das Stimulationsschema eventuell angepasst.

3. Punktion (Entnahme der reifen Eizellen)

Das Timing ist in dieser Phase entscheidend. Sind die Eizellen herangereift und erscheinen sie befruchtungsfähig, wird der Eisprung mit Hilfe von speziellen Hormonpräparaten eingeleitet. Der Eisprung selbst findet dann normalerweise ca. 37 bis 40 Stunden später statt, allerdings werden die herangereiften Eizellen genau vor dem eigentlichen Eisprung mit der Follikelpunktion unter leichter Betäubung aus dem Körper entnommen. Nach einem mikroskopischen Qualitätstest durch einen Laborant werden die Eizellen für die weitere Heranreifung auf einen Nährboden im Labor gebracht. Die Entnahme der Eizellen dauert ungefähr 15 bis 30 Minuten.

Während bei der Frau die Punktion stattfindet gibt der Mann gleichzeitig eine Spermaprobe ab. Eventuell wird eine zweite Probe benötigt, weswegen der Mann an diesem Tag rundum verfügbar sein muss.

In Vorbereitung auf die Punktion müssen sich die Patientin und ihr Partner anderthalb Stunden im Voraus nüchtern (!) im IVF-Zentrum anmelden. Die Punktion selbst geschieht unter leichter Narkose und gegebenenfalls unter Schmerzmitteln über eine Infusion der Anästhesisten. In seltenen Fällen findet die Eizellenpunktion auch allein unter Lokalanästhesie statt. Nach der Punktion und der Vollnarkose bleibt die Patientin noch für einen gewissen Zeitraum zur Überwachung im Krankenhaus, allerdings kann sie das IVF-Zentrum in der Regel drei Stunden später verlassen.

4. Fertilisation (die eigentliche Befruchtung)

Einige Stunden nachdem die Eizellen entnommen wurden, werden diese im Labor mit den Samenzellen des Partners zusammengebracht. Bereits am folgenden Tag gibt es dann schon Klarheit, ob die Befruchtung erfolgreich war und wenn ja auch über die Anzahl der Embryonen. Die Patienten werden sowieso ständig durch mich oder dem verantwortlichen Embryologen telefonisch auf dem Laufenden gehalten was die Ergebnisse angeht.

Die direkte Befruchtung geschieht immer nach dem gleichen Muster. Mindestens 2 Stunden nach der Punktion bringt der Laborant oder Embryologe die Eizellen auf ein spezifisches Medium mit Nährboden in einem Schälchen. Die Samenflüssigkeit des Mannes wird in der Zwischenzeit auf eine bestimmte Art und Weise im Labor so aufbereitet, so dass die beweglichsten Samenzellen entnommen werden können (Kapazitation). In der Folge werden die Samenzellen und die Eizellen zusammengebracht und in einen Brutschrank (Inkubator) gestellt. Dank der Möglichkeit die Temperatur (ca. 37°C) und den CO²-Gehalt regeln zu können, wird mit diesem Brutschrank die Gebärmutter imitiert. Ungefähr 16 bis 18 Stunden später werden die Eizellen dann auf ein neues Schälchen mit frischem Nährboden gebracht. Der Embryologe oder der Laborant kann die Eizellen nun überwachen und beurteilen, ob wirklich eine Befruchtung stattgefunden hat. Sollte dies der Fall sein spricht man von einer Zygote.

Falls eine direkte IVF-Befruchtung, wie sie in diesem Abschnitt beschrieben wird, nicht möglich erscheint, gibt es eine Anzahl von alternativen Methoden. Mehr Informationen darüber finden Sie unter 'Besonderheiten'.

5. Transfer (des Embryos bzw. der Embryonen)

In den Tagen nach der Punktion und der Befruchtung teilen sich die befruchteten Eizellen weiter. Von da an sprechen wir von Embryonen. Je nach Alter der Patientin und der Qualität der Embryos werden 1 bis 2 Embryonen in die Gebärmutter übertragen (was gesetzlich so festgelegt ist). Einzig für Patientinnen die alter sind als 40 Jahre gibt es keine gesetzliche Begrenzung bei der Anzahl der zu übertragenden Embryos.

Die Überwachung, Beurteilung und die letztendliche Übertragung der Embryonen geschieht zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Punktion und immer in Absprache zwischen der Patientin, dem Gynäkologen und dem Labor. Eine Übertragung kommt dann erst in Frage, wenn die Embryonen auf der Grundlage von drei verschiedenen Parametern gründlich beurteilt wurden:

  1. Die Anzahl der Zellen (Blastomeren) aus denen ein Embryo besteht
  2. Die Regelmäßigkeit dieser Blastomeren
  3. Die Fragmentierung der Blastomeren

Die Kombination dieser 3 Parameter bestimmt die eigentliche Qualität eines Embryos. Anders ausgedrückt wird während der Beurteilung der Embryonen festgelegt, was damit geschehen soll. Hierbei gibt es 3 Möglichkeiten:

  1. Vernichtung der Embryonen, die sich nicht weiter teilen oder eine schlechte Qualität haben
  2. Einfrierung oder Kryokonservierung
  3. Rückführung mit Hilfe der Embryoübertragung in die Gebärmutter. Die Übertragung geschieht schmerzlos und eine Betäubung ist daher nicht notwendig.

6. Ergebnis

Nach der Embryoübertragung wartet man gespannt auf eine eventuelle Einnistung. In dieser Phase werden zusätzliche Medikamente verabreicht, um die Gebärmutter zu beruhigen und dadurch optimale Voraussetzungen für das Implantieren der Embryonen zu kreieren.

Das Warten auf das Resultat kann eine sehr stressige Zeit sein. Unser Team steht den Patienten daher auch ständig zur Seite, um sie zu begleiten und zu unterstützen. Fünfzehn Tage nach der Follikelpunktion wissen wir dann, ob die Frau schwanger ist.